Drei Dinge, die Sie über das Dolmetschen in Europa wissen sollten

 | Aus der Schule geplaudert

Europa ist bei weitem die Region mit den meisten Konferenzdolmetschern, und zwar in erster Linie wegen der internationalen Organisationen, die die Mehrsprachigkeit gefördert und zur Ausbildung von professionellen Dolmetschern beigetragen haben. Da jedes Land zusätzlich einen meist sehr dynamischen Privatmarkt hat, sind die Dolmetscher dort polyvalent. Wenn Sie jedoch Ihre nächste Konferenz in Europa veranstalten, sollten Sie einige Fallstricke vermeiden. Danielle Grée hilft Ihnen dabei.

Ein hervorragender Standort für Konferenzen und Konferenzdolmetscher

Hunderte internationaler Organisationen gibt es in Europa, und somit a priori eine stattliche Anzahl hochqualifizierter Dolmetscher. Auch freiberufliche Dolmetscher für den Privatmarkt sind zahlreich: sie arbeiten für Banken, Pharmaunternehmen und Großkonzerne. Und doch kann eine internationale Großveranstaltung oder eine Weltmeisterschaft den Markt für bestimmte Sprachen schnell leerfegen. Gut zu wissen ist Folgendes:

Die europäischen Konferenzstädte

Drei Städte stehen ganz oben auf der Liste, wenn Sie auf den größten Pool an professionellen Dolmetschern zurückgreifen möchten : Brüssel (mit seinen zahlreichen Freiberuflern, die hauptsächlich für die Europäische Union arbeiten), Paris (mit der UNESCO, der OECD oder der Weltbank) und Genf (Sitz der Vereinten Nationen und ihrer Unterorganisationen). Diese Metropolen sind große Konferenzzentren: es gibt dort Eliteuniversitäten, an denen hochqualifizierte Dolmetscher ausgebildet werden sowie mehrere internationale Institutionen, die jeden Tag Dutzende von Freiberuflern beschäftigen, sowie einen sehr dynamischen Privatmarkt. Der internationale Konferenzdolmetscherverband aiic, der mit den meisten dieser Institutionen Verträge ausgehandelt hat, zählt in jeder dieser Städte etwa 300 Mitglieder. In Paris, Brüssel oder Genf wird es also am einfachsten sein, vor Ort Dolmetscher zu finden.

Auf dem Fuße folgen andere Städte, allerdings mit einem etwas kleineren Dolmetscherpool: Rom, Wien, Berlin oder London zum Beispiel. Es sind dynamische Groß- oder Hauptstädte, in denen die Ministerien und anderen öffentlichen Stellen viele Dolmetscher einsetzen, die internationalen Organisationen aber eine nachrangige Rolle spielen (auch wenn die FAO, die OSZE oder die Internationale Seeschifffahrtsorganisation dort ihren Sitz haben). Im Allgemeinen sind in diesen Städten für alle Sprachen zusammen etwa hundert Dolmetscher ansässig.

Und dann gilt es noch weitere Städte zu berücksichtigen: die Wirtschaftsmetropolen mit einem besonders aktiven Privatmarkt und in der Regel etwa dreißig sehr vielseitigen Dolmetschern.  München und Zürich gehören dazu, wie auch Mailand und Florenz, Barcelona und Madrid, Amsterdam und Den Haag, oder Lissabon und Istanbul. Die tägliche Arbeit in der Simultandolmetscherkabine ist dort sehr breit gefächert - vom Finanzwesen über die Rechtsmedizin bis hin zum Fußball oder der Rückversicherung.

Die Terminfindung

Selbst wenn vor Ort viele Konferenzdolmetscher niedergelassen sind, ist man gut beraten, den Terminkalender für nationale und internationale Großereignisse zu berücksichtigen, um die Verfügbarkeit der ortsansässigen Freiberufler voll auszuschöpfen.

Wenn Sie ein mehrsprachiges Event während einer Sitzungswoche des europäischen Parlaments veranstalten möchten, sollten Sie wissen, dass für die Amtssprachen der EU hunderte von Dolmetschern von den europäischen Institutionen über sechs Monate im Voraus gebucht werden. Auf dem Brüsseler oder Straßburger Markt finden Sie dann vielleicht noch ohne allzu große Schwierigkeiten zweisprachige Dolmetscher, aber für bestimmte "Minderheitensprachen" wie Maltesisch oder Slowenisch werden Sie keine qualifizierten Fachkräfte mehr buchen können.

Das Gleiche gilt, wenn Ihre Veranstaltung parallel zur Internationalen Arbeitskonferenz stattfindet, die jedes Jahr im Juni in Genf von der ILO ausgerichtet wird. Dreihundert Dolmetscher kommen dort zum Einsatz, und es wird extrem komplex, für diese Termine chinesische, arabische oder russische Dolmetscher zu buchen. Wie auch die Generalkonferenz der UNESCO in Paris in jedem ungeraden Jahr ein Heer von Dolmetschern beschäftigt und der Rat und die Konferenz der FAO in Rom mit ihren zahlreichen «Side-Events» ebenfalls zahlreiche Dolmetscher buchen. Während dieser Konferenzen ist es schon sehr schwierig, auf dem lokalen Markt auch nur spanische Simultanübersetzer zu finden.

Nicht zu vergessen sind sportliche Großveranstaltungen: die Olympischen Spiele, die Fußball-EM oder die Fußball-Weltmeisterschaft beschäftigen alle auf den lokalen Märkten verfügbaren oder auf das Fachgebiet spezialisierten Dolmetscher. Da ist es besser, sehr früh mit der Planung zu beginnen.

Der Kompass für dieses Labyrinth

Ganz so einfach liegen die Dinge also nicht. Aber Ihr beratender Dolmetscher kann Sie kompetent unterstützen.

Wie oben beschrieben, kommen bei Großveranstaltungen hauptsächlich mehrsprachige Dolmetscher zum Einsatz, so dass zweisprachige Dolmetscher (Landessprache + Englisch, zum Beispiel) verfügbar bleiben. Allerdings ist es auch in Europa trotz der Vielzahl von Dolmetschern schwierig, professionelle Dolmetscher für seltene Sprachen zu buchen, wie Koreanisch, oder, wenn auch in geringerem Ausmaß, Russisch, Japanisch, Chinesisch oder Arabisch.

Einige Märkte sind auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert: München als Sitz des Europäischen Patentamts auf Patentrecht, Lausanne auf den Sport, Zürich auf Bankdienstleistungen und Versicherungen. In den Hauptstädten Bern oder Brüssel finden viele politische Sitzungen, Lobbyisten-Treffen und Gewerkschaftskongresse statt.

Wenn bei Ihrer Konferenz Dolmetscher für Gebärdensprache benötigt werden, sollten Sie diese mindestens 3 Monate im Voraus buchen. Gut zu wissen: es gibt keine Gebärdensprache für Englisch! Maya de Wit, Calliopes Expertin für Gebärdensprache, kann Ihnen jedoch die British Sign Language (BSL), die American Sign Language (ASL) und zahlreiche weitere Sprachen anbieten. Ebenfalls interessant: zwischen der deutschen und der schweizerdeutschen Gebärdensprache gibt es große Unterschiede.

Warum sollte man nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und die Sitzung in einem Land mit besonders attraktiven Konferenzorten abhalten, wie Portugal (auf dem Festland wie auch auf Madeira oder den Azoren)) oder in Dublin, wo das neue ultramoderne Kongresszentrum mit einem 2.000 Teilnehmer fassenden Auditorium auf Sie wartet? Und vergessen wir nicht Italien mit seinem unvergleichlichen Kunst- und Kulinarik-Angebot, vom Aosta-Tal über Südtirol oder Apulien bis Sizilien.

Calliope-Interpreters, Ihr weltweites Netzwerk beratender Dolmetscher, führt Sie gern durch dieses Labyrinth und informiert Sie über problematische Termine, seltene Sprachkombinationen, wichtige Fristen und zu vermeidende Fallstricke. Sprechen Sie uns so bald wie möglich an und wir bieten Ihnen eine maßgeschneiderte Lösung.

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