Das Ferndolmetschen verleiht geografisch isolierten indigenen Gemeinschaften eine Stimme

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Natürlich haben Präsenzsitzungen, bei denen die Dolmetscher physisch anwesend sind, im Vergleich zu Videokonferenzen viele Vorteile. Doch das Ferndolmetschen (RSI = Remote Simultaneous Interpreting) bietet unterrepräsentierten oder geografisch isolierten Gruppen ungeahnte Vorteile und verleiht ihnen eine Stimme.  Bei der virtuellen Verleihung des Robert F. Kennedy-Menschenrechtspreises 2020 traten diese Vorteile klar zu Tage.

Die Teilnehmenden während der Preisverleihung mit Ferndolmetschen

Teilnehmende während der virtuellen Verleihung des Robert F. Kennedy-Menschrechtspreises

Am 22. Oktober 2020 organisierte Sharona Wolkowicz, Calliopes Vertreterin in Costa Rica, anlässlich der Verleihung des Robert F. Kennedy-Menschenrechtspreises 2020 ein Ferndolmetschteam für die Sprachen Englisch, Spanisch und Portugiesisch.

Der Robert F. Kennedy-Menschenrechtspreis wird jedes Jahr für Zivilcourage an eine Führungspersönlichkeit verliehen, die unter großen persönlichen Risiken gegen Unterdrückung gekämpft hat und gewaltlos für Menschenrechte eingetreten ist. Dieses Jahr wurde Alessandra Korap Munduruku für ihren Einsatz für die Kultur, die Existenzgrundlagen und die Rechte indigener Völker in Brasilien mit dem Preis ausgezeichnet.

Die Veranstaltung machte deutlich, welche ungeahnten Möglichkeiten das Ferndolmetschen (RSI) bieten kann. Alessandra Korap Munduruku und Maria Leusa Cosme Kaba, eine weitere indigene Führungspersönlichkeit aus einer abgeschiedenen Gemeinschaft im Alto Tapajós in Brasilien, konnten dank RSI an einer Paneldiskussion mit Menschenrechtsaktivisten und Experten aus Paris, Washington und Guatemala City teilnehmen. Die Diskussion wurde von Dolmetschern ins Englische, Spanische und Portugiesische übertragen, die in Argentinien und Brasilien niedergelassen sind. Maria Leusa und Chief Juarez Saw Munduruku traten nicht nur in drei verschiedenen Sprachen sehr überzeugend für den Schutz ihres angestammten Landes und des Tapajós-Flusses ein, sondern erschienen in eindrucksvoller traditioneller Kleidung und Bemalung und konnten der ganzen Welt dadurch auch ihre Lebensweise zeigen. So hatten ihre Worte sicher mehr Gewicht, als Maria Leusa erklärte: „Ich bin eine Frau, eine Mutter und eine Großmutter. Ich bin aber auch eine Kriegerin, eine Streiterin für die Sache meines Volkes - deshalb bin ich hier.”

„Es war sehr inspirierend, die Worte der führenden indigenen Frauen zu dolmetschen und unsere Stimmen in den Dienst einer Sache zu stellen, die Calliope am Herzen liegt,” sagte Sharona Wolkowicz, die beratende Dolmetscherin, die das Dolmetschteam für die Veranstaltung organisiert hat und Calliope in Mittelamerika vertritt. Calliopes Umweltcharta ist ein Manifest für das Umweltbewusstsein des Netzwerks. Das Engagement für den Umweltschutz umfasst auch einen CO2-Ausgleich, über den jedes Jahr entschieden wird, wie z.B. neulich durch das Pflanzen von 700 Bäumen in Brasilien.

Der Robert F. Kennedy-Menschenrechtspreis zeichnet jedes Jahr Persönlichkeiten aus, die für die folgende Überzeugung Robert F. Kennedys stehen: die Zivilcourage eines Einzelnen vermag durch ihre Stärke Ungerechtigkeit zu überwinden. In den letzten 37 Jahren wurde der Robert F. Kennedy-Menschenrechtspreis an 56 herausragende Aktivisten und Organisationen aus 30 Ländern verliehen.

Für Calliope-Interpreters war es eine Ehre, diese erhebende und bewundernswerte Initiative zu unterstützen, die ebenfalls deutlich machte, dass das Ferndolmetschen Inklusion fördern kann. Sprechen Sie uns noch heute an. Gemeinsam heben wir das volle Potenzial Ihres Online-Events.

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