Kleines Wörterbuch des Dolmetschens
Aktiver Konferenzdolmetscher, der als Bindeglied zwischen dem Konferenzveranstalter und dem Dolmetscherteam fungiert, das er nach den Kriterien Arbeitssprachen, Thema und Konferenzort dank seiner guten Marktkenntnis optimal rekrutiert.

Zeitgleiche, mündliche Übersetzung einer Rede.
Der Dolmetscher sitzt in einer schallgedämpften Kabine mit direkter Sicht auf den Konferenzraum und hört über Kopfhörer eine Rede, die er zeitgleich in seine Arbeitssprache (normalerweise seine Muttersprache) dolmetscht. Seine Zuhörer hören ihn über Kopfhörer.
Pro Sprache und Kabine sind mindestens zwei Dolmetscher vorgesehen, die sich regelmäßig ablösen (normalerweise alle 30 Minuten).
„Zeitversetzte“ Verdolmetschung einer Rede oder eines Wortbeitrags durch einen Dolmetscher, der auf dem Podium oder an demselben Tisch wie der Redner sitzt, Notizen nimmt und den Beitrag im Anschluss an die Rede dolmetscht. Der Beitrag kann mehrere Minuten lang sein. Das Konsekutivdolmetschen ist besonders gut für Verhandlungen, offizielle Reden und Interviews geeignet. Nur professionelle Dolmetscher beherrschen diese Kunst und können die Beiträge vollständig und mit allen gewünschten Nuancen dolmetschen.
Man braucht dafür weder Kabine noch Ausrüstung, nur ein Mikrofon und Lautsprecher können sinnvoll sein, wenn der Raum groß ist oder vor zahlreichem Publikum gesprochen wird.
Simultandolmetschen ohne Kabine. Die Dolmetscher wechseln sich ab, um einem oder höchstens zwei Konferenzteilnehmern „ins Ohr“ zu flüstern.
Diese Methode sollte nach Möglichkeit vermieden werden, denn die Stimme des Dolmetschers kann andere Konferenzteilnehmer stören, und der Dolmetscher kann die Diskussionsteilnehmer nicht immer gut verstehen.
Bei diesem System wird ein Sender mit Funkübertragung und Kopfhörern verwendet, aber keine schallgedämpfte Kabine.
Es ist mobil und kann durchaus nützlich sein, sollte aber nur unter besonderen Umständen wie zum Beispiel Werks-besichtigungen verwendet werden, damit sich sowohl die Teilnehmer als auch die Dolmetscher frei bewegen können.
Bei einer Konferenz jedoch sollte es auf keinen Fall als Ersatz für eine Kabine verwendet werden.
(Association internationale des interprètes de conférence): Der internationale Konferenzdolmetscher-verband wurde 1953 gegründet und ist der einzige internationale Berufsverband der Konferenzdolmetscher mit über 2.800 Mitgliedern auf der ganzen Welt.
Die Aufnahmebedingungen sind sehr strikt und garantieren die Sprachkombination, die Professionalität und die Einhaltung der Berufsethik der Mitglieder.
Aktive Sprachen einer Konferenz: Sprachen, in die eine Verdolmetschung angeboten wird.
Passive Sprachen einer Konferenz: Sprachen, aus denen gedolmetscht wird, das heißt die von den Referenten und Teilnehmern gesprochenen Sprachen.
Einteilung seiner sprachlichen Fähigkeiten nach den Regeln der AIIC.
- A-Sprache: aktive Sprache, in die ein Dolmetscher arbeitet (im Allgemeinen seine Muttersprache oder eine Sprache, die er genauso gut beherrscht).
- B-Sprache: Sprache, die er perfekt beherrscht, aus der er dolmetscht und in die er - je nach Konferenzthema und -situation - auch dolmetschen kann.
- C-Sprache : Sprache, die er perfekt versteht, aus der er dolmetscht, aber in die er nicht dolmetscht.
Relais-Dolmetschen: Arbeitsverfahren, bei dem nicht direkt aus der Sprache gedolmetscht wird, die der Redner spricht, sondern aus der Verdolmetschung eines anderen Dolmetschers, der die Ausgangssprache versteht.
Das Relais-Dolmetschen kann in seltenen Ausnahmefällen zur Anwendung kommen, wenn nicht alle Teammitglieder alle Konferenzsprachen verstehen, oder wenn es sich um eine besonders ausgefallene Sprache handelt.
Allerdings rät die AIIC wegen der Zeitverzögerung, die das Verfahren zwangsläufig für die anderen Dolmetscher mit sich bringt, und der Gefahr der Vervielfachung von Fehlern vom Relais-Dolmetschern ab. Es sollte wirklich nur in Sonderfällen angewandt werden.
Pivot: Dolmetscher, der beim Relais-Dolmetschen als Einziger direkt aus der Ausgangssprache dolmetscht. Die anderen Kabinen arbeiten auf der Grundlage seiner Verdolmetschung.
Option: Dolmetscher, der beim Relais-Dolmetschen als Einziger direkt aus der Ausgangssprache dolmetscht. Die anderen Kabinen arbeiten auf der Grundlage seiner Verdolmetschung.
Vertrag: Verbindliches Angebot an einen Dolmetscher für eine bestimmte Konferenz. Der Dolmetscher lehnt alle anderen Angebote für diesen Termin ab und hat auch im Falle einer Stornierung Anspruch auf das Honorar.