Simultandolmetschen in Südamerika: drei Dinge, die Sie wissen sollten

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Sie planen eine internationale Konferenz oder ein Event in Südamerika? Verónica Pérez Guarnieri teilt ihr Insiderwissen über besonders geeignete Jahreszeiten, die gängigsten Sprachkombinationen für Simultandolmetschen und Eigenarten der spanischen Sprache, die man berücksichtigen sollte.

Hochsaison für Konferenzen und Events

Zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche im September überquert die Sonne den Himmelsäquator - die imaginäre Linie im Himmel über dem Erdäquator von Norden in Richtung Süden. Die zarten Jaracanda-Bäume blühen in Buenos Aires, Montevideo und Lima, wie auch die duftenden Magnolienbäume in Santiago de Chile.

Das angenehme Klima erfreut das Herz, ganz im Gegensatz zum kalten, grauen Herbstwetter in der nördlichen Hemisphäre. September, Oktober und November sind somit ideale Monate für eine Konferenz in Südamerika. In dieser Zeit haben internationale Kongresse und Events Hochkonjunktur.

2015 fanden zum Beispiel im Oktober in Lima die Jahrestagungen der Weltbankgruppe und des Internationalen Währungsfonds statt. Und gleichzeitig organisierte ebenfalls dort – und zum ersten Mal in Amerika – die International Federation of Translators (FIT) das Zwölfte Internationale Forum über juristische Übersetzungen und Gerichtsdolmetschen. Die Vorbereitungen für die Olympischen Jugend-Sommerspiele im Oktober 2018 in Buenos Aires laufen bereits auf Hochtouren.

Simultandolmetscher für solche Events werden normalerweise lange im Voraus verpflichtet. Auch die Hotels sind schnell ausgebucht. Die Hotelauslastung in Buenos Aires erreicht von September bis November über 90 %. Fazit: wenn Sie in diesen Monaten in Südamerika ein Event organisieren möchten, sollten sie so früh wie möglich mit der Planung beginnen.  

Simultandolmetscher für "exotische" oder "seltene" Sprachen finden

In Südamerika ist es durchaus üblich, in zwei Richtungen zu dolmetschen, vor allem Englisch-Spanisch. Andere Sprachen können jedoch eine Herausforderung darstellen. Italienisch und Französisch gelten in dieser Region als "exotische" Sprachen; Russisch, Chinesisch und Arabisch sind noch schwerer zu finden. In Argentinien gibt es zum Beispiel nur sehr wenige erfahrene Arabisch- oder Chinesisch-Dolmetscher, und sie arbeiten nur aus dem Spanischen.  

Soll vom Arabischen, Russischen oder Chinesischen ins Englische gedolmetscht werden, so werden die Dolmetscher in der Regel aus Nordamerika oder Europa eingeflogen. Dies sollten Sie bei der Planung ihres Events berücksichtigen, denn es hat höchstwahrscheinlich Auswirkungen auf Ihr Budget. Europäische Konferenzveranstalter tun sich oft schwer damit zu verstehen, dass die Kombinationen Russisch-Englisch, Chinesisch-Englisch oder Italienisch-Englisch in Südamerika sehr selten oder gar nicht zu finden sind.

20 % mehr Wörter im Spanischen als im Englischen

Wussten Sie, dass für dieselbe Aussage im Spanischen oder anderen romanischen Sprachen etwa 20 % mehr Wörter gebraucht werden als im Englischen? Dieser Unterschied kann für die Simultanverdolmetschung weitreichende Konsequenzen haben. Wenn englischsprachige Redner schnell sprechen, müssen die Dolmetscher sich förmlich überschlagen!

Daher sollten die Redner möglichst früh darauf aufmerksam gemacht werden, ihr Tempo zu drosseln, damit die Dolmetscher genügend Zeit und Raum haben, um gute Arbeit zu leisten. Hier entdecken Sie, was zu tun ist, damit die Dolmetscher die Botschaft des Redners vollständig und genau übertragen können.

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Blühende Jaracanda-Bäume in Buenos Aires, im November.

Verónica Pérez Guarnieri, AIIC-Mitglied für Südamerika mit Ausnahme von Brasilien. Niedergelassen ist Verónica in Buenos Aires, Argentinien.

 

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