Flüstern: Die andere Art des Dolmetschens

 | Aus der Schule geplaudert

Wenn nur zwei Personen eine Verdolmetschung benötigen oder eine kleine Delegation im Rahmen eines Kongresses mehrere Sessions besuchen will, wäre es unverhältnismäßig, Dolmetscherkabinen aufzubauen und eine Simultananlage zu installieren. In diesem Fall bietet sich eine einfache Lösung an – das Flüsterdolmetschen.

Flüsterdolmetschen ist Simultandolmetschen “light”. Der Dolmetscher sitzt neben dem Teilnehmer und flüstert ihm die Übersetzung ohne technische Hilfsmittel wie Kopfhörer simultan in das Ohr, wobei sich diese Lösung für höchstens zwei Zuhörer eignet.

Die Vor- und Nachteile des Flüsterdolmetschens

Das Flüsterdolmetschen ist eine einfache, schlanke Lösung für kleine und kurze Sitzungen. Weil weder Kabinen noch technische Hilfsmittel benötigt werden, ist Flüstern eine Art des Dolmetschens, die ohne großen Aufwand auskommt.

Doch die Einfachheit hat ihren Preis. Das Flüsterdolmetschen kommt nur für ein Sprachpaar und höchstens zwei Zuhörer in Frage. Außerdem kann die Stimme des Dolmetschers jene Teilnehmer stören, die nicht auf eine Verdolmetschung angewiesen sind. Und der Dolmetscher hört das Original meist weniger gut als über Kopfhörer.

Überdies kann Flüsterdolmetschen sowohl für Dolmetscher als auch für Zuhörer ermüdend wirken. Wie beim Simultandolmetschen müssen sich Dolmetscher auch beim Flüstern nach spätestens 45 Minuten abwechseln.

Fragen Sie uns, ob sich Ihre nächste Kurztagung, bei der nur wenige Teilnehmer auf eine Verdolmetschung angewiesen sind, für diese schlanke Lösung eignet.

Calliope-Mitglied Christoph Renfer beim Flüsterdolmetschen für den britischen Starautor Ken Follett bei der Literaturmesse BuchBasel.

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