Drei Dinge, die Sie über Simultandolmetschen in Afrika wissen müssen

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Viele Hauptstädte des afrikanischen Kontinents werden als internationale Konferenzorte immer beliebter. Dies liegt insbesondere an dem Angebot erstklassiger Konferenzzentren und der stark verbesserten Infrastruktur. Calliope-Mitglied Victor Imboua-Niava berichtet aus erster Hand über seine Erfahrungen als Simultandolmetscher in Afrika.

Simultandolmetscher: ein aufstrebender Beruf in Afrika

Africa map - CC0 Public Domain - Pixabay

Der in Afrika in den späten sechziger Jahren entstandene Dolmetschmarkt ist mittlerweile zu einem blühenden professionellen Sprachendienstleistungssektor geworden. Viele Institutionen der UNO-Familie, staatliche und nichtstaatliche Organisationen sowie privatwirtschaftliche Unternehmen arbeiten fast täglich mit Simultandolmetschern. Während afrikanische Konferenzdolmetscher früher vor allem in den Sprachen Englisch und Französisch ausgebildet wurden, lernen sie heutzutage auch Spanisch, Portugiesisch, Arabisch und selbst Chinesisch. Weil außerdem praktisch jeder Afrikaner mindestens zwei lokale Sprachen beherrscht, ergibt sich ein großes Spektrum an verfügbaren Arbeitssprachen.

In Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, der Afrikanischen Union und afrikanischen Universitäten in Mosambik, Kenia, Ghana und Senegal fördert das „Pan-African Masters Consortium in Interpretation and Translation (PAMCIT)“ gezielt den wachsenden Ausbildungsbedarf für Konferenzdolmetscher und Übersetzer in Afrika. Dabei sind die Dozenten selbst praktizierende Konferenzdolmetscher und Mitglieder des Internationalen Verbands der Konferenzdolmetscher (AIIC).

Internationale Konferenzen in Afrika – längst kein Geheimtipp mehr

In den letzten zehn Jahren sind in ganz Afrika zahlreiche große Kongresszentren entstanden. Damit ist der afrikanische Kontinent zu einer angesagten Konferenzdestination geworden. So ist es auch nicht überraschend, dass die COP 22 der UNO-Klimakonferenz im November dieses Jahres in Marokko stattfinden wird.

Afrikanische Hauptstädte wie Kapstadt (Südafrika), Dakar (Senegal), Abidjan (Côte d’Ivoire), Kigali (Ruanda) und Malabo (Äquatorialguinea) haben sich in kurzer Zeit als attraktive Konferenzdestinationen etabliert, die auch technisch gesehen im internationalen Vergleich gut abschneiden. Die äthiopische Kapitale Addis Abeba mit dem brandneuen, von chinesischen Investoren erbauten „African Union Conference Center“ und dem „UNECA Conference Center“ ist ein beliebter Tagungsort für internationale Konferenzen. Dort fand übrigens im vergangenen Jahr auch die Generalversammlung des Internationalen Verbands der Konferenzdolmetscher (AIIC) statt.

Der Krise getrotzt

Nach dem Ausbruch der Ebola-Epidemie im Jahre 2014 wurden vor allem für westafrikanische Länder strenge Reiseeinschränkungen erlassen. Außerdem hat die Verunsicherung in Zusammenhang mit terroristischen Angriffen in Nigeria und dessen Nachbarländern zur Absage oder Verschiebung einiger internationaler Konferenzen geführt.

Seither haben die afrikanischen Regierungen jedoch geeignete Präventivmaßnahmen für eine sichere Durchführung von Konferenzen ergriffen. Diese vorausschauende und von allen Akteuren mitgetragene Politik hat bewirkt, dass afrikanische Hauptstädte heute als absolut sichere Konferenzorte gelten.

Planen Sie eine Konferenz oder internationale Tagung in Afrika? Wir beraten Sie gerne.

Victor IMBOUA-NIAVA, Mitglied AIIC and vertritt Calliope-Interpreters in den meisten Ländern des afrikanischen Kontinents.

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Victor IMBOUA-NIAVA
Mitglied AIIC, Mitglied Calliope-Interpreters