Dolmetschen mit Flüsteranlage – passt das?

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Mobile Flüsteranlagen – auch Personenführungsanlagen (PFA), Bidule oder Infoport genannt – können keine schalldichten Dolmetschkabinen ersetzen. Je nach Situation bieten sie sich aber als durchaus geeignete Notlösung an.

Organisieren Sie eine Führung, bei der Referenten, Teilnehmer und Dolmetscher mobil unterwegs sind? Benötigt nur eine verschwindend kleine Zahl von Teilnehmern eine Verdolmetschung, sodass die Installation einer größeren Anlage zu aufwändig wäre? Oder haben Sie ganz einfach keinen Platz für eine vollständige Simultananlage mit Dolmetschkabine?

In diesen Fällen lohnt es sich, den Einsatz einer tragbaren Flüsteranlage zu prüfen, die in der Dolmetschbranche auch Personenführungsanlage (PFA), „Bidule“ oder Infoport genannt wird. Bitte berücksichtigen Sie dabei, dass eine schalldichte Dolmetschkabine in jedem Fall vorzuziehen ist, sofern die äußeren Bedingungen es erlauben. In der Folge erläutern wir, in welchen Fällen eine PFA eingesetzt werden kann.

Wie funktioniert eine tragbare Personenführungsanlage?

Eine PFA ermöglicht das Simultandolmetschen ohne Dolmetschkabine. Die Dolmetscher sprechen in ein Funkmikrofon, und die Teilnehmer, die die Übersetzung in Anspruch nehmen möchten, erhalten drahtlose Empfänger. Die Dolmetscher hören dem Redner direkt (meist ohne Kopfhörer) zu und sprechen leise in ihr Funkmikrofon. Die Teilnehmer empfangen die Verdolmetschung über ihre Kopfhörer.

Wenn eine PFA eingesetzt wird, muss sich der Dolmetscher – vor allem bei „mobilen“ Einsätzen – in der Nähe des Redners aufhalten, damit er ihn gut hören, verstehen und verdolmetschen kann. Bei stationären Einsätzen empfehlen wir die Verwendung einer Saalbeschallung für den Rednerton, der den Dolmetschern im Idealfall über einen Kopfhörer eingespielt wird.

Was spricht für eine PFA, was dagegen?

Diese Entscheidung ist weitgehend von folgenden Faktoren abhängig:

Pro:

  • Eine PFA ist kostengünstig, leicht zu installieren und tragbar.
  • Sie bietet Flexibilität.
  • Sie ist platzsparend.
  • Teilnehmer können sich in Begleitung des Dolmetschers von einem Raum in den anderen bewegen.
  • Eine PFA drängt sich als Alternative auf, wenn reines Flüsterdolmetschen (ohne technische Hilfsmittel) wegen einer zu großen Teilnehmerzahl nicht möglich ist.

Contra:

  • Da sich die Dolmetscher nicht in einer schalldichten Kabine befinden, können ihre Stimmen für die anderen Teilnehmer störend wirken.
  • Bei ungünstigen akustischen Bedingungen verstehen die Dolmetscher das Original nicht gut genug. Darunter leidet die Qualität der Verdolmetschung.
  • Die Tonqualität für die Teilnehmer ist deutlich schlechter als bei Einsatz einer Simultananlage mit Dolmetschkabine.
  • Bei Störungen ist in der Regel kein Tontechniker vor Ort.
  • Das PFA-System ist auf die Verdolmetschung von zwei Sprachen beschränkt.

Außerdem ist zu berücksichtigten, dass Sie mit einer PFA gleich viele Dolmetscher benötigen wie für das Simultandolmetschen mit Kabine.

Manchmal ist eine PFA die einzige Wahl

Trotz ihrer offensichtlichen Nachteile ist eine PFA zweifellos eine sehr gute Lösung für kurze Sitzungen mit wenigen Teilnehmern oder für mobile Einsätze, z. B. für einen Fabrikbesuch oder eine Führung. Dieses tragbare System erlaubt es den Teilnehmern, sich frei zu bewegen und gleichzeitig die Verdolmetschung über Kopfhörer zu verfolgen.

Fazit: Eine PFA kann je nach Situation tatsächlich eine gute Lösung darstellen. Allerdings ist sie auf keinen Fall eine gleichwertige Alternative zu einer professionell installierten und betreuten Dolmetschanlage mit schalldichter Kabine.

Wir sind für Sie da, wenn Sie mehr über tragbare Dolmetschsysteme erfahren möchten. Gerne empfehlen wir Ihnen auch bewährte Anbieter für Miete oder Kauf von PFA-Systemen.

Dolmetschen mit PFA bei einer Tai-Chi-Demonstration anlässlich der IOC-Weltbreitensportkonferenz „Sport for All“ in Lima (Peru).

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